Kalkulation


  

Seit Inkrafttreten des neuen Urheberrechts (UrhG) von 2002/2003 wird nun die Schaffung von gestalterischen Werken nicht nur als eine Dienstleistung gemäß Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) betrachtet, sondern sie ist entsprechend des UrhG auch eine persönliche, geistige Schöpfung. Was u.a. bedeutet, dass sich die Gesamtvergütung für eine Kreativleistung zusammensetzt aus einer Entwurfs- und einer Nutzungsvergütung.

Die Kalkulation eines Designauftrages

Ein Designauftrag gliedert sich in zwei Bereiche: der Anfertigung von Entwürfen (Werkvertrag § 631 BGB) und der Einräumung von Nutzungsrechten (Lizenzvertrag § 31 UrhG).

Folglich besteht die Gesamtvergütung für eine Designleistung aus:
1. Vergütung für Entwurfsarbeiten (Werkvertrag)
2. Vergütung für Nutzungsrechtseinräumung (Lizenzvertrag)
3. Vergütung für zusätzliche Leistungen

Meine Kalkulation basiert auf dem »Vergütungstarifvertrag Design SDSt/AGD« der »Allianz deutscher Designer« – dem weit verbreiteten Kalkulationsmodell für professionelle Designleistungen in Deutschland. [ Zu beziehen bei: Allianz deutscher Designer (AGD) e.V., Wöhlertstraße 20, 10115 Berlin, Telefon: +49 30 3552 3253, info@agd.de, www.agd.de – ISBN 978-3-945572-00-9 ]

Der AGD Vergütungstarifvertrag Design hilft Auftraggebern und Designern bei der Ermittlung der branchenüblichen und angemessenen Vergütung für Entwicklungs- und Entwurfsleistungen, bei der Festlegung der Vergütung für die Nutzungsrechtseinräumung sowie bei der Ermittlung der Vergütung für zusätzliche Leistungen. Er berücksichtigt die Bereiche Designprozess, Digital Media Design, Fotodesign, Illustration, Kommunikationsdesign, Messe- und Ausstellungsdesign, Modedesign, Produktdesign, Text und Textildesign. Im "AGD Vergütungstarifvertrag Design" werden einzelne Design-, PR- und Werbemittel in ihren durchschnittlichen Stundenaufkommen verglichen.
Insbesondere dient er auch dazu, als gemeinsame Vergütungsregel im Sinne des §36 UrhG zu fungieren und wird erfahrungsgemäß sehr gerne von Juristen und Gutachtern herangezogen, um die Ansprüche ihrer Klienten zu formulieren.

Bei der Einräumung von Nutzungsrechten bietet der Vergütungstarifvertrag Design eine sehr differenzierte und kundenorientierte Möglichkeit, den Gesamtnutzungsfaktor aus den folgenden Rubriken zu bestimmen:

Nutzungsart: einfach¹ oder ausschließlich²
Nutzungsgebiet: regional, national, europaweit, weltweit
Nutzungsdauer: 1 Jahr, 5 Jahre, 10 Jahre, unbegrenzt
Nutzungsumfang³: gering, mittel, groß, umfangreich

¹ Nutzungsart einfach: Der Auftraggeber kann den Entwurf nutzen; der Entwerfer darf auch weiteren Personen Nutzungsrechte einräumen.
² Nutzungsart aussschließlich: Der Auftraggeber ist alleine nutzungsberechtigt
³ Die Vereinbarung über den Nutzungsumfang richtet sich z.B. nach der Auflagenhöhe, der Größe der Zielgruppe oder ähnlichen Kriterien. Es ist auch von Bedeutung, ob ein Entwurf projektbezogen (z.B. nur für ein Plakat) oder für mehrere Medien genutzt wird.

Fremdleistungen im Zusammenhang mit Designaufträgen

Durch den freiberuflichen Status als »Schöpfer und Autor« betreiben Designer keine Provisionsgeschäfte, wie es bei Unternehmen mit Gewerbeanmeldung üblich ist.

Alle Fremdkosten, die im Zusammenhang mit einem Designauftrag entstehen, werden direkt von den ausführenden Unternehmen an den Endkunden verrechnet – z.B. Offset- und Digitaldruck, Druckverarbeitung- und Veredelung, Produktion von Werbemitteln oder sonstigen Medien, Kosten für Anzeigenschaltung usw.
Der Auftraggeber hat dadurch die komplette Transparenz über die Fremdleistungen und es entstehen ihm keine zusätzlichen Aufschläge im Sinne von Provisionen seitens des Designers.

Selbstverständlich biete Ich Ihnen als Auftraggeber auf Wunsch sämtliche Leistungen zur Organisation, Überwachung und Begleitung der Druckproduktion im Sinne eines Full-Service an. Die Abrechnung erfolgt im Rahmen der »Sonstigen Leistungen«.

Mehrwertsteuer: Wann 7%, wann 19%?

Welcher Mehrwertsteuersatz gilt, regelt das Umsatzsteuerrecht (UStG, §12 Abs. 2, Punkt 7c):
»Die Steuer ermäßigt sich auf sieben Prozent für die folgenden Umsätze: (…) die Einräumung, Übertragung und Wahrnehmung von Rechten, die sich aus dem Urheberrechtsgesetz ergeben.«

Für alle weiteren Leistungen werden 19% Mehrwertsteuer angesetzt.

Der klassische Entwurfsauftrag mit allen Nebenleistungen unterliegt somit der ermäßigten Umsatzsteuer. Sonstige Arbeiten ohne besondere Kreativleistung werden mit dem vollen Mehrwertsteuersatz abgerechnet.